Ginostra gehört zur Insel Stromboli und zur Gemeinde Lipari, ist vom Hauptort aber praktisch abgeschnitten. Der alte Küstenweg zwischen beiden Dörfern ist nach Erdrutschen nicht mehr begehbar; die Verbindung läuft übers Meer. Im Winter leben hier nur 30 bis 40 Menschen, im Sommer sind es mehr. Lasten bringen Maultiere vom Anleger hinauf, Autos gibt es keine. Für die Gesamtübersicht der Insel siehe Stromboli: Dörfer, Strände und Vulkan.

Anreise nach Ginostra
Die Tragflügelboote von Liberty Lines auf der Linie Milazzo–Panarea–Stromboli halten auch in Ginostra. Im Winterfahrplan seit 1. Oktober 2026 sind das ab Milazzo vier Abfahrten am Tag (5:45, 7:30, 14:00 und 14:30 Uhr), nicht jede bedient zwingend alle Häfen gleich – im Fahrplan ist das farbig markiert. Auch die Nachtfähre von Siremar aus Neapel macht hier Halt: Sie erreicht Ginostra im Oktober 2026 dienstags und freitags gegen 7:10 Uhr, nach Stromboli-Ort um 6:30 Uhr. Alle Verbindungen findest du in der Fährtafel der Liparischen Inseln.
Wenn wegen Wind Verbindungen ausfallen – im Oktober 2026 hat Liberty Lines an mehreren Tagen Linien gestrichen –, sitzt du in einem Dorf mit sehr wenigen Abfahrten fest. Plane deshalb Puffer ein, vor allem für die Abreise zum Flughafen.
Was dich im Dorf erwartet
Ginostra ist ein kleines Dorf am Hang, verbunden durch Fußwege; Unterkünfte gibt es nur wenige. Wer hierher kommt, sucht Ruhe und nimmt in Kauf, dass Einkäufe begrenzt sind und Wege Kraft kosten. Gutes Schuhwerk ist wichtiger als ein Rollkoffer – ein Rucksack ist hier die bessere Wahl.
Ganz verschont blieb das Dorf von den Launen des Vulkans und des Wetters nicht: Beim Unwetter vom 19. und 20. Oktober 2024 entstanden Schäden in Ginostra und an den Wegen; die Regierung rief im März 2025 den Notstand für die Insel aus.
Wandern ab Ginostra: Punta Corvi
Für Ginostra gelten eigene Höhengrenzen. Allein darfst du nur bis 130 Meter hinauf. Mit einem autorisierten Vulkanführer geht es über den Pfad „Punta Corvi“ bis maximal 400 Meter – dieselbe Obergrenze wie auf der Seite des Hauptorts. Die Regeln stehen in der Verordnung Nr. 16 der Gemeinde Lipari vom Mai 2025.
Vulkan-Status · Stand 20.10.2026
Stromboli: Alarmstufe Gelb
- Alarmstufe
- Gelb (Zivilschutz DPC)
- Ohne Guide
- bis 290 m (Seite Stromboli-Ort), bis 130 m (Ginostra)
- Mit Guide
- bis 400 m, Gruppen bis 25 Personen, 11–24 Uhr
- Ab 290 m
- Helm und Staubmaske, vom Guide gestellt
- Gesperrt
- über 400 m; Wanderweg „Natura“
- Bußgeld
- 500 €
Quelle: Verordnung Nr. 16 der Gemeinde Lipari vom 05.05.2025 (Archiv INGV); Alarmstufe: Protezione Civile. Regeln können sich kurzfristig ändern.
130 m: frei ab Ginostra · 290 m: frei ab Stromboli-Ort · 400 m: Grenze für geführte Gruppen
In der Praxis starten die meisten geführten Touren an der Piazza San Vincenzo im Hauptort. Wer in Ginostra wohnt und die Tour von dort machen möchte, sollte vorab beim Guide klären, ob sie ab Ginostra angeboten wird. Ablauf, Ausrüstung und Absagen erklärt die Seite Stromboli besteigen: Regeln für den Aufstieg.
Für wen lohnt sich Ginostra?
- Ja: Wenn du ein paar Tage abschalten möchtest, gern zu Fuß gehst und keine Abendunterhaltung brauchst.
- Eher nein: Mit kleinen Kindern, schwerem Gepäck oder wenn du viele Ausflüge zu anderen Inseln planst. Die wenigen Boote machen Tagesausflüge kompliziert.
- Als Tagesbesuch: Ein Abstecher ist mit dem Linienboot möglich, wenn die Fahrzeiten passen.
Eine Alternative mit ähnlicher Abgeschiedenheit, aber ohne Vulkan, ist Alicudi, die Insel ohne Straßen im Westen. Und wer Stromboli lieber nur vom Wasser aus sieht, findet die Touren unter Stromboli bei Nacht. Panarea, die Nachbarinsel, liegt auf dem Weg dorthin: Panarea mit Cala Junco und Bronzezeitdorf.
Von Ginostra weiter
Fotos auf dieser Seite
- Ginostra. · Benreis · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
- Ausbruch in der Dämmerung. · mark i geo · CC BY 2.0 · Flickr (via Openverse)
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