Alicudi ist rund 5,1 km² groß und fast ein einziger Kegel, der im Filo dell'Arpa 675 Meter erreicht. In der Antike hieß die Insel Ericussa. Geologisch ist sie jung: weniger als 90.000 Jahre. Weniger als 100 Menschen leben hier, fast alle an der terrassierten Ostseite über dem Hafen. Strom gibt es erst seit 1990.
Treppen statt Straßen
Auf Alicudi gibt es kein Straßennetz. Vom Anleger führen Treppen aus Stein und Pfade nach oben, an den Terrassen entlang. Was zu schwer zum Tragen ist, bringen Maultiere hinauf. Die Tourismusseite der Region beschreibt die Fortbewegung treffend als „a piedi o a passo d'asino“, zu Fuß oder im Eselsschritt. Für dich heißt das: leichtes Gepäck, ein Rucksack statt Rollkoffer, und Zeit.


Was du auf Alicudi machst
- Wandern: Die Pfade führen bis weit hinauf; der Gipfel ist ein Ziel für einen halben Tag mit guter Kondition.
- Vögel beobachten: Alicudi ist ein Brutgebiet des Eleonorenfalken, eines Greifvogels, der im Spätsommer brütet.
- Baden: vom Felsen aus; Sandstrände gibt es nicht.
- Nichts tun: ernst gemeint. Das Angebot an Läden und Lokalen ist klein, Nachtleben gibt es nicht. Genau deshalb kommen die meisten.
Die Insel ist seit 1997 größtenteils Naturreservat. Weitere Wandertouren im Archipel: Wandern auf den Liparischen Inseln.

Anreise nach Alicudi
Alicudi ist die am schwierigsten erreichbare Insel. Ab Milazzo fahren im Winterfahrplan 2026 drei Tragflügelboote pro Tag (6:30, 6:45 und 13:30 Uhr), die unterwegs auf Lipari, Salina und Filicudi halten; die Fahrt dauert entsprechend lange. Von Filicudi sind es nur rund 25 Minuten. Montags und freitags kommt das Boot aus Palermo, das Alicudi als erste Insel anläuft – praktisch, wenn du von Westsizilien anreist. Die Siremar-Fähre kostet ab Milazzo 30,42 € (Nebensaison) und 32,11 € (Hochsaison). Alle Strecken stehen in der Fährtafel unter Palermo.
Einen Hafen für Sportboote hat Alicudi nicht, nur Plätze zum vorübergehenden Festmachen. Wer mit dem Segelboot kommt, ankert. Mehr dazu: Segeln rund um die Liparischen Inseln.
Auto: 2026 sind Fahrzeuge von Nicht-Einheimischen vom 1. Juni bis 31. Oktober verboten, ohne Ausnahme – und ohne Straßen wäre es auch sinnlos.
Bevor du nach Alicudi fährst
- Bargeld mitnehmen und die Unterkunft fragen, ob sie Gepäck vom Hafen abholt.
- Vorräte für den Anfang einplanen; die Auswahl im Ort ist klein.
- Die Abreise nicht auf den Tag des Rückflugs legen. Bei Wind fallen die Boote auf die Westinseln zuerst aus.
Als Tagesausflug?
Mit Linienbooten ist ein Tagesbesuch nur möglich, wenn die Zeiten passen, und meist bleibt wenig Zeit. Einfacher ist eine Bootstour ab Lipari, die Filicudi und Alicudi verbindet. Sie hat bislang nur wenige Bewertungen; eine zweite Tour mit gleichem Ziel ist teurer und ebenfalls kaum bewertet. Wir listen beide, damit du vergleichen kannst.
Wer länger bleibt, kombiniert Alicudi mit dem Nachbarn: Auf Filicudi gibt es Grotten und ein prähistorisches Dorf, auf Salina Weingüter und den höchsten Berg der Inseln. Ein ähnliches Gefühl von Abgeschiedenheit bietet Ginostra auf Stromboli.
Von Alicudi weiter
Häufige Fragen zu Alicudi
Gibt es auf Alicudi Autos?
Nein. Es gibt kein Straßennetz, nur Treppen und Pfade. Lasten tragen Maultiere.
Wie viele Menschen leben auf Alicudi?
Weniger als 100, vor allem an der Ostseite.
Wie komme ich nach Alicudi?
Mit dem Tragflügelboot ab Milazzo (drei Abfahrten im Winter), ab Filicudi in etwa 25 Minuten oder montags und freitags ab Palermo.
Fotos auf dieser Seite
- Lasttiere auf Alicudi. · I viaggi della Van · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
- Küste von Alicudi. · Ghost-in-the-Shell · CC BY 2.0 · Flickr (via Openverse)
- Hafen Alicudi. · Unukorno · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
- Alicudi Porto. · Ghost-in-the-Shell · CC BY 2.0 · Flickr (via Openverse)
- Ausbruch bei Nacht. · kuhnmi · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
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